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Geldtransit buchen: Umbuchungen zwischen eigenen Konten

Geldtransit buchen: 1360 im SKR03, 1460 im SKR04, warum der Saldo am Jahresende null sein muss und wie Sie Umbuchungen bei mehreren Konten sauber erfassen.

VonNico Genz

Sie überweisen 2.000 Euro vom Geschäftskonto auf das Tagesgeldkonto. Auf dem einen Kontoauszug steht eine Ausgabe, auf dem anderen eine Einnahme, und beides ist weder Betriebsausgabe noch Betriebseinnahme. Für solche Umbuchungen zwischen eigenen Konten gibt es in der Buchhaltung ein eigenes Zwischenkonto. Wie Sie Geldtransit buchen, warum das Konto am Jahresende auf null stehen muss und wo die Fehler entstehen, wenn Sie Kontoauszüge mehrerer Konten verarbeiten.

Was Geldtransit ist

Geldtransit ist ein Zwischenkonto für Geld, das von einem Ihrer Finanzkonten auf ein anderes wandert: vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto, von der Bank in die Kasse, von PayPal auf das Geschäftskonto. Das Geld verlässt den Betrieb nicht, es wechselt nur den Ort. Deshalb berührt die Umbuchung weder Aufwand noch Ertrag.

Das Zwischenkonto ist nötig, weil jedes Finanzkonto in der Buchhaltung einzeln geführt wird und die beiden Seiten einer Umbuchung auf verschiedenen Belegen stehen: der Abgang auf dem Auszug der einen Bank, der Eingang auf dem Auszug der anderen, oft mit einem Tag Abstand. Geldtransit nimmt den Betrag dazwischen auf und gibt ihn wieder ab.

Im DATEV-Kontenrahmen 2026 heißt das Konto in beiden Standardrahmen gleich, hat aber verschiedene Nummern:

KontenrahmenGeldtransitKasseBank
SKR03136010001200
SKR04146016001800

Vorsicht beim Wechsel zwischen den Rahmen: 1360 ist im SKR04 ein Darlehenskonto, und 1460 steht im SKR03 für zweifelhafte Forderungen. Welche Logik hinter den Nummernkreisen steckt, erklärt SKR03 oder SKR04?. Buchhaltungsprogramme wie Lexware oder sevDesk bieten Geldtransit als eigene Kategorie an, manche nennen es „Umbuchung" oder „Transfer".

So buchen Sie eine Umbuchung in zwei Schritten

Bleiben wir beim Beispiel: 2.000 Euro gehen am 5. Dezember vom Girokonto ab und kommen am 6. Dezember auf dem Tagesgeldkonto an. Im SKR03 sieht das so aus:

SchrittBelegSollHabenBetrag
1Kontoauszug Girokonto, 5. Dezember1360 Geldtransit1200 Bank2.000,00 €
2Kontoauszug Tagesgeld, 6. DezemberBank (Tagesgeld)1360 Geldtransit2.000,00 €

Nach Schritt 1 steht auf Geldtransit ein Saldo von 2.000 Euro, nach Schritt 2 ist er wieder null. Jede Seite buchen Sie von dem Kontoauszug, auf dem sie steht, mit dem Datum dieses Auszugs. Dass die beiden Daten auseinanderliegen, ist normal und kein Grund, eine Seite vorzuziehen.

In der EÜR ändert sich durch die Umbuchung nichts: Sie ist weder Betriebseinnahme noch Betriebsausgabe und taucht in der Anlage EÜR nicht auf. Wie Sie die übrigen Buchungen aus dem Auszug erfassen, zeigt EÜR: Kontoauszüge richtig erfassen.

Warum der Saldo auf Geldtransit null sein muss

Jede Umbuchung hat zwei Seiten, und sobald beide gebucht sind, ist der Saldo wieder null. Das macht Geldtransit zu einem Kontrollkonto: Ein offener Saldo am Monatsende oder beim Jahresabschluss bedeutet, dass etwas fehlt oder falsch gebucht ist. Drei Ursachen kommen in der Praxis vor:

  • Ein Beleg fehlt. Die Abhebung vom Girokonto ist gebucht, der Kassenbericht mit der Einzahlung noch nicht. Oder die Kreditkartenabrechnung liegt noch nicht vor.
  • Die Gegenseite wurde falsch gebucht. Der Eingang auf dem zweiten Konto wurde als Erlös erfasst statt als Geldtransit. Dann bleibt der Abgang auf dem Zwischenkonto stehen, und der Umsatz ist um 2.000 Euro zu hoch.
  • Die Beträge weichen ab. Bei PayPal-Auszahlungen fehlen die Gebühren, bei Fremdwährungskonten entscheidet der Kurs. Die Differenz gehört auf das passende Aufwandskonto, nicht auf Geldtransit.

Der einzige legitime Saldo am 31. Dezember ist eine Umbuchung über den Jahreswechsel: am 30. Dezember überwiesen, am 2. Januar gutgeschrieben. Dann steht der Betrag zu Recht auf Geldtransit, und beide Auszüge belegen, warum. Wieso Buchungsdatum und Wertstellung dabei auseinanderfallen, erklärt Saldo stimmt nicht? Vormerkposten und Wertstellung. Nehmen Sie den Abgleich des Zwischenkontos deshalb in den Monatsabschluss auf, nicht erst in den Jahresabschluss.

Die typischen Fälle

Fünf Vorgänge machen den größten Teil aller Geldtransit-Buchungen aus:

  • Girokonto und Tagesgeld- oder Rücklagenkonto. Der Klassiker, beide Seiten stehen auf Bankauszügen.
  • Bank und Kasse. Bareinzahlung am Automaten oder Barabhebung für die Kasse. Die Gegenseite steht im Kassenbuch, nicht auf einem Kontoauszug. Wie beides zusammenspielt, zeigt Kassenbuch, Bankbuch und Kontoauszug.
  • Kreditkarte. Der monatliche Ausgleich vom Girokonto an die Kreditkarte ist Geldtransit. Die einzelnen Einkäufe buchen Sie aus der Kreditkartenabrechnung, nicht aus der Sammelbuchung.
  • PayPal und Stripe. Die Auszahlung auf das Girokonto ist Geldtransit, sofern Sie das PayPal-Konto als eigenes Finanzkonto führen. Umsätze und Gebühren kommen aus dem Report des Dienstleisters, wie in PayPal und Stripe: Auszahlungen richtig zuordnen beschrieben.
  • Zwei Geschäftskonten bei verschiedenen Banken. Zum Beispiel beim Kontowechsel, wenn das Guthaben vom alten auf das neue Konto wandert.

Ein Fall gehört ausdrücklich nicht dazu: die Überweisung vom Geschäftskonto auf Ihr Privatkonto. Das Geld verlässt den Betrieb, also ist es eine Privatentnahme, in umgekehrter Richtung eine Privateinlage. Die Konten dafür sind 1800 und 1890 im SKR03, 2100 und 2180 im SKR04. Wer das als Geldtransit bucht, versteckt Entnahmen im Zwischenkonto. Mehr dazu in Privates Konto geschäftlich nutzen.

Mehrere Kontoauszüge: warum Umbuchungen doppelt auftauchen

Wer die Auszüge von Girokonto, Tagesgeld, Kreditkarte und PayPal in eine Tabelle bringt, sieht jede Umbuchung zweimal: als Abgang auf dem einen Konto, als Eingang auf dem anderen. Das ist richtig so, beide Zeilen gehören in die Buchhaltung. Das Problem entsteht beim Kategorisieren. Wer die Zeilen nach Verwendungszweck sortiert, landet schnell bei „Einnahme" für den Eingang und „Ausgabe" für den Abgang. Der Gewinn stimmt dann zufällig noch, der Umsatz nicht. Für Kleinunternehmer zählt jeder zu viel erfasste Euro gegen die 25.000-Euro-Grenze, bei allen anderen verfälscht er die Umsatzsteuer-Voranmeldung.

Die zuverlässigste Prüfung läuft über die IBAN, nicht über den Verwendungszweck: Jede Zeile, bei der die Gegenseite eine Ihrer eigenen IBANs ist, ist Geldtransit. Bei PayPal und Kreditkarte, die keine IBAN zeigen, hilft der Name des Zahlungsempfängers.

Dafür müssen die Auszüge als Tabelle vorliegen. Mit SmartKontoauszug wandeln Sie die PDF-Kontoauszüge aller beteiligten Konten in Excel oder CSV um. Die Tabelle übernimmt die Spalten des Auszugs, also auch die IBAN der Gegenseite, wenn Ihre Bank sie druckt. Ein Filter auf Ihre eigenen Kontonummern findet dann alle Umbuchungen auf einmal. Fehlt die Spalte, filtern Sie auf Ihren eigenen Namen als Empfänger. Für die Übergabe an die Kanzlei gibt es den Export im DATEV-Format. PayPal und Revolut werden ebenso erkannt wie die großen Banken, eine Übersicht gibt Kontoauszug umwandeln. Wie Sie mehrere Monate und Konten in eine Datei bringen, steht in Kontoauszüge mehrerer Monate zusammenführen.

Geldtransit und durchlaufende Posten: nicht verwechseln

Beides ist erfolgsneutral, und beides wird gern in einen Topf geworfen. Der Unterschied ist, wem das Geld gehört. Bei Geldtransit bleibt es Ihr Geld und wechselt nur das Konto. Durchlaufende Posten sind fremdes Geld, das Sie im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmen und weitergeben, etwa Gerichtskosten, die ein Anwalt vom Mandanten erhält und an das Gericht weiterleitet. § 4 Abs. 3 Satz 2 EStG nimmt diese Posten ausdrücklich aus den Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben heraus. Gebucht werden sie auf 1590 im SKR03 und 1370 im SKR04, nicht auf Geldtransit.

Häufige Fragen

Welches Konto ist Geldtransit? 1360 im SKR03 und 1460 im SKR04. Beide Nummern stehen so im DATEV-Kontenrahmen 2026.

Muss Geldtransit am Jahresende auf null stehen? Ja, mit einer Ausnahme: Umbuchungen, die im alten Jahr abgehen und erst im neuen ankommen. Dann belegen beide Kontoauszüge den offenen Betrag.

Ist die Überweisung auf mein Privatkonto Geldtransit? Nein. Das Geld verlässt den Betrieb, das ist eine Privatentnahme (1800 im SKR03, 2100 im SKR04). Geldtransit gilt nur zwischen betrieblichen Konten.

Taucht Geldtransit in der EÜR auf? Nein. Die Umbuchung ist weder Betriebseinnahme noch Betriebsausgabe und erscheint nicht in der Anlage EÜR.

Was tun, wenn der Saldo nicht aufgeht? Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Fehlt ein Kontoauszug oder Kassenbericht? Wurde die Gegenseite als Erlös oder Aufwand gebucht? Weicht der Betrag durch Gebühren oder Wechselkurs ab?

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Steuerberatung.