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EÜR - Kontoauszüge für die Einnahmenüberschussrechnung richtig erfassen

Für die EÜR sind Ihre Kontoauszüge die wichtigste Quelle. Wie das Zufluss-Abfluss-Prinzip funktioniert und wie Sie Einnahmen und Ausgaben sauber aus dem Auszug ziehen.

Wer eine Einnahmenüberschussrechnung abgibt, kommt um die Kontoauszüge nicht herum. Sie sind die zentrale Quelle dafür, was eingenommen und ausgegeben wurde. Damit am Ende die richtigen Zahlen stehen, lohnt es sich, ein paar Grundregeln zu kennen.

Was ist die EÜR?

Die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ist die einfache Form der Gewinnermittlung. Sie stellt die Betriebseinnahmen den Betriebsausgaben gegenüber. Was übrig bleibt, ist der Gewinn. Diese Methode dürfen unter anderem viele Selbstständige und Kleinunternehmer nutzen, die nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind. Wie sich diese Gegenüberstellung in Minuten statt Stunden erledigen lässt, zeigt unsere Anleitung Kontoauszüge für die EÜR aufbereiten.

Das Zufluss-Abfluss-Prinzip

Für die EÜR gilt eine wichtige Regel: Es zählt, wann das Geld tatsächlich fließt, nicht wann die Rechnung gestellt wurde. Eine Einnahme wird in dem Jahr erfasst, in dem sie auf dem Konto eingeht. Eine Ausgabe in dem Jahr, in dem sie abgeht.

Ein Beispiel: Sie schreiben im Dezember eine Rechnung, das Geld kommt aber erst im Januar. Dann gehört diese Einnahme in das neue Jahr. Genau deshalb ist der Kontoauszug so wichtig, denn er zeigt das tatsächliche Datum des Geldflusses.

Einnahmen und Ausgaben aus dem Auszug ziehen

Gehen Sie Ihre Auszüge durch und ordnen Sie jede Buchung zu:

  • Betriebseinnahmen: alles, was Sie für Ihre Tätigkeit eingenommen haben.
  • Betriebsausgaben: alles, was betrieblich veranlasst war, etwa Material, Software, Miete oder Honorare.
  • Privates: bleibt außen vor und gehört nicht in die EÜR.

Achten Sie auf das Datum auf dem Auszug, denn es entscheidet über das richtige Jahr. Notieren Sie zu jeder Buchung kurz, worum es ging, damit die Zuordnung später nachvollziehbar bleibt.

Was nicht über das Konto läuft

Nicht jeder Vorgang taucht auf dem Kontoauszug auf. Bareinnahmen, Barausgaben oder Zahlungen über andere Dienste müssen Sie zusätzlich erfassen. Der Auszug deckt den Zahlungsverkehr über das Konto ab, nicht mehr und nicht weniger.

Die Anlage EÜR

Die fertige Rechnung geben Sie über die Anlage EÜR ab, in der Regel elektronisch über ELSTER. Dort tragen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben in vorgegebene Kategorien ein. Je sauberer Sie die Buchungen vorher sortiert haben, desto schneller geht das Ausfüllen.

Vom Auszug zur fertigen Aufstellung

Das Sortieren und Summieren ist in einer Tabelle am einfachsten. Mit SmartKontoauszug wandeln Sie Ihre PDF-Auszüge in eine Excel- oder CSV-Datei um. Dort ordnen Sie jede Buchung einer Kategorie zu und lassen die Summen je Kategorie berechnen. Die Werte können Sie dann in die Anlage EÜR übernehmen, ohne von Hand abzutippen. Für das ganze Jahr laden Sie alle Monate zusammen hoch.

Wie Sie Ihre Auszüge allgemein für die Steuer vorbereiten, lesen Sie im Beitrag Kontoauszüge für die Steuererklärung richtig aufbereiten.

Häufige Fragen

Zählt für die EÜR das Rechnungsdatum oder das Zahlungsdatum? Das Zahlungsdatum. Nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip kommt es darauf an, wann das Geld geflossen ist. Deshalb ist der Kontoauszug die maßgebliche Quelle.

Muss ich Bareinnahmen extra erfassen? Ja. Was nicht über das Konto läuft, steht nicht auf dem Auszug und muss zusätzlich aufgezeichnet werden.

Wo gebe ich die EÜR ab? Über die Anlage EÜR, in der Regel elektronisch über ELSTER.

Kann ich die Summen automatisch aus den Auszügen ziehen? Sie können die Auszüge in eine Tabelle umwandeln, die Buchungen kategorisieren und die Summen berechnen lassen. Das Abtippen entfällt damit.

Dieser Artikel ist ein allgemeiner Leitfaden und ersetzt keine Steuerberatung. Was in Ihrem Fall als Betriebsausgabe zählt, klärt Ihr Steuerberater.