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Kontoführungsgebühren buchen: der Auszug ist der Beleg

Kontoführungsgebühren buchen: 4970 im SKR03, 6855 im SKR04, steuerfrei nach § 4 Nr. 8 UStG, der Kontoauszug als einziger Beleg und wohin Zinsen gehören.

VonNico Genz

Einmal im Quartal steht auf dem Kontoauszug eine Zeile, zu der keine Rechnung kommt: „Abschluss" oder „Entgeltabrechnung", 23,70 Euro, Empfänger ist die eigene Bank. Wer Belege nach Rechnungen sortiert, hat für diese Zeile nichts in der Hand. Trotzdem ist sie eine Betriebsausgabe, und sie hat ein eigenes Konto. Wie Sie Kontoführungsgebühren buchen, warum darin keine Umsatzsteuer steckt, was bei PayPal und Stripe anders aussieht, als es ist, und weshalb der Kontoauszug hier nicht nur ein Beleg ist, sondern der einzige.

Das Konto: Nebenkosten des Geldverkehrs

Der DATEV-Kontenrahmen 2026 sammelt Bankentgelte auf einem Konto, das nicht „Kontoführungsgebühren" heißt: Nebenkosten des Geldverkehrs, 4970 im SKR03 und 6855 im SKR04. Darauf gehört alles, was die Bank für das Führen des Kontos und das Bewegen von Geld verlangt:

  • die Grundgebühr des Kontos und Entgelte pro Buchungsposten,
  • Kartenentgelte für Girocard und Kreditkarte,
  • Entgelte für Überweisungen, Auslandsüberweisungen und Bargeldauszahlungen,
  • das Entgelt für eine Rücklastschrift und für Kontoauszüge auf Papier,
  • die Gebühren von Zahlungsdienstleistern wie PayPal und Stripe.

Nicht auf dieses Konto gehören Zinsen. Der Kontenrahmen trennt sie ab, und die Trennung hat steuerliche Folgen, dazu unten mehr.

VorgangSKR03SKR04
Nebenkosten des Geldverkehrs49706855
Verwahrentgelt49716879
Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten (Dispo, Kontokorrent)21107310
Zinsen und ähnliche Aufwendungen21007300
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (Guthabenzinsen)26507100

Woher die beiden Nummernkreise kommen, erklärt SKR03 oder SKR04?.

Keine Umsatzsteuer, und das ist kein Fehler

Auf dem Rechnungsabschluss der Bank steht keine Umsatzsteuer, und es fehlt auch keine. § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG stellt die Umsätze im Einlagengeschäft, im Kontokorrentverkehr und im Zahlungs- und Überweisungsverkehr steuerfrei. Kontoführung ist genau das. Die Bank weist deshalb keine Steuer aus, Sie ziehen keine Vorsteuer, und der Betrag auf dem Auszug ist zugleich der Buchungsbetrag. In DATEV braucht die Buchung keinen BU-Schlüssel, Kleinunternehmer und Regelbesteuerer buchen identisch.

Der typische Fehler läuft andersherum: Wer Bankentgelte aus Gewohnheit mit 19 Prozent Vorsteuer bucht, weil es eine Ausgabe ist, holt sich Vorsteuer, die nie bezahlt wurde. In der Voranmeldung ist die Vorsteuer dann zu hoch, und die Betriebsprüfung findet so etwas schnell, weil das Konto 4970 schlicht keine Vorsteuer tragen darf. Wie Sie die Voranmeldung aus dem Kontoauszug vorbereiten, steht in Umsatzsteuervoranmeldung vorbereiten.

PayPal und Stripe: Gebühren aus dem EU-Ausland

Bei Zahlungsdienstleistern mit Sitz im EU-Ausland klingt es komplizierter, als es ist. PayPal (Europe) S.à r.l. et Cie, S.C.A. sitzt in Luxemburg und schreibt in den Nutzungsbedingungen: „Als Bankdienstleistung fällt für PayPal-Services in der EU keine Umsatzsteuer an." Stripe erbringt seine Leistungen für europäische Kunden aus Irland und berechnet auf die Gebühren ebenfalls keine Umsatzsteuer.

Formal liegt der Leistungsort bei einer Leistung an einen Unternehmer nach § 3a Abs. 2 UStG beim Empfänger, also in Deutschland. Das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG greift aber nur für steuerpflichtige Leistungen, und der Zahlungsverkehr ist nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei. Es entsteht also keine Steuer, die Sie anmelden müssten, und es gibt keine Vorsteuer. Das Konto ist dasselbe wie bei der Hausbank: 4970 beziehungsweise 6855. Anders kann es bei Zusatzleistungen der Anbieter aussehen, etwa Abos für Software oder Kartenterminals; die gehören in die Hand der Kanzlei.

Der Beleg ist hier nicht der Bankauszug, denn dort kommt nur die Auszahlung abzüglich Gebühren an. Beleg ist die Transaktionsübersicht oder Gebührenabrechnung des Anbieters, aus der Bruttoumsatz und Gebühr hervorgehen. Für Stripe erzeugt der kostenlose Stripe-zu-DATEV-Konverter den Buchungsstapel direkt aus dem Stripe-Export, mit den Gebühren auf einem eigenen Gebührenkonto und ohne Steuerschlüssel.

So buchen Sie Abschluss, Gebühren und Zinsen

Vier Buchungen decken den Alltag ab, hier im SKR03 mit dem Geschäftskonto 1200:

VorgangSollHabenBetrag
Kontoführungsentgelt im Rechnungsabschluss4970 Nebenkosten des Geldverkehrs1200 Bank23,70 €
Sollzinsen im Rechnungsabschluss2110 Zinsaufwendungen für kurzfristige Verbindlichkeiten1200 Bank41,18 €
Guthabenzinsen1200 Bank2650 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge3,05 €
PayPal-Gebühr4970 Nebenkosten des Geldverkehrs1210 Bank 1 (PayPal-Konto)2,49 €

Im SKR04 lauten die Konten 6855, 7310 und 7100, die Bankkonten 1800 und 1810.

Die Stolperstelle ist der Abschluss selbst. Viele Banken, etwa die Sparkassen, buchen zum Quartalsende eine einzige Zeile „Abschluss", in der Entgelte und Zinsen zusammengefasst sind. Auf dem Kontoauszug steht nur die Summe. Die Aufteilung liefert der Rechnungsabschluss, den die Bank als eigenes Dokument ins Postfach legt. Eine Zeile auf dem Auszug wird also zu zwei Buchungen, sonst landen Zinsen auf dem Gebührenkonto oder umgekehrt. Technisch erkennen Sie die Fälle am Geschäftsvorfallcode: 805 steht für den Abschluss, 808 für Gebühren und 814 für Zinsen. Was hinter den Codes steckt, zeigt GVC-Codes auf dem Kontoauszug.

Der Beleg: Kontoauszug und Rechnungsabschluss

Eine Rechnung über Kontoführungsgebühren gibt es nicht. Beleg nach § 147 Abs. 1 Nr. 4 AO sind der Kontoauszug und der Rechnungsabschluss, bei manchen Banken Kontoabschluss oder Entgeltabrechnung genannt. Beide gehören acht Jahre in die Ablage, so lange läuft seit 2025 die Frist für Buchungsbelege nach § 147 Abs. 3 AO. Warum der Auszug in diesem Fall allein genügt und wann er es nicht tut, zeigt Kontoauszug als Beleg, die Fristen im Einzelnen stehen in Kontoauszüge aufbewahren: wie lange?.

Für die EÜR zählt der Tag der Abbuchung. Eine Ausnahme macht § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben: Bucht die Bank den Abschluss für das vierte Quartal erst in den ersten Januartagen ab, gehört er noch ins alte Jahr, wenn die Abbuchung in den Zehn-Tage-Zeitraum fällt. Die Anleitung zur Anlage EÜR 2025 weist ausdrücklich auf diesen Zeitraum hin.

Gemischt genutztes Konto und die 16 Euro

Wer das Privatkonto auch geschäftlich nutzt, darf nur den betrieblichen Anteil der Gebühren buchen. Eine Grundgebühr lässt sich nach dem Verhältnis der betrieblichen zu den gesamten Buchungsposten aufteilen, Entgelte pro Posten ordnen Sie direkt zu. Die Entgeltaufstellung, die Banken Verbrauchern nach § 10 ZKG mindestens einmal im Jahr zur Verfügung stellen müssen, listet alle Entgelte des Jahres an einer Stelle und ist die beste Grundlage für die Aufteilung. Die bekannte Pauschale von 16 Euro im Jahr ist eine Vereinfachung der Finanzämter für die Werbungskosten von Arbeitnehmern. Mit der Buchhaltung eines Betriebs hat sie nichts zu tun, dort zählt der tatsächliche Betrag. Warum ein eigenes Geschäftskonto den Aufwand erspart, erklärt Privates Konto geschäftlich nutzen.

Gebühren und Zinsen in der Anlage EÜR

In der Anlage EÜR 2025 gehören Bankentgelte zu den sonstigen unbeschränkt abziehbaren Betriebsausgaben in den Zeilen 43 bis 60. Zinsen stehen getrennt davon: Schuldzinsen für Darlehen zur Finanzierung von Anlagevermögen in Zeile 55, alle übrigen Schuldzinsen, also auch Dispo- und Kontokorrentzinsen, in Zeile 56. Diese Trennung ist der Grund, warum 4970 und 2110 nicht zusammengeworfen werden dürfen: Die übrigen Schuldzinsen unterliegen der Abzugsbeschränkung nach § 4 Abs. 4a EStG, sobald sie 2.050 Euro übersteigen und Überentnahmen vorliegen. Dann verlangt das Finanzamt die Anlage SZ. Kontoführungsgebühren sind davon nie betroffen. Was Überentnahmen sind, steht in Privatentnahme buchen. Guthabenzinsen sind Betriebseinnahmen und erhöhen den Gewinn.

Bankentgelte aus dem Kontoauszug herausfiltern

Die Jahressumme der Gebühren ist der schnellste Plausibilitätscheck: Stimmt der Saldo auf 4970 mit dem überein, was die Bank im Jahr abgezogen hat? Dafür müssen die Auszüge als Tabelle vorliegen. Mit SmartKontoauszug wandeln Sie die PDF-Auszüge in Excel oder CSV um. Ein Filter auf „Abschluss", „Entgelt" und „Gebühr" im Verwendungszweck oder auf die eigene Bank als Empfänger liefert alle Zeilen, die auf das Gebührenkonto gehören. Wie sich die übrigen Zeilen zuordnen lassen, beschreibt Buchungen kategorisieren. Für die Übergabe an die Kanzlei gibt es den Export im DATEV-Format, die Sparkasse und PayPal gehören zu den unterstützten Banken.

Häufige Fragen

Welches Konto für Kontoführungsgebühren? 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs im SKR03, 6855 im SKR04. Beide Nummern stehen so im DATEV-Kontenrahmen 2026.

Sind Kontoführungsgebühren umsatzsteuerpflichtig? Nein. Kontoführung und Zahlungsverkehr sind nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei. Es gibt keine Vorsteuer, der Betrag auf dem Auszug ist der Buchungsbetrag.

Welcher Beleg gehört zu Kontoführungsgebühren? Der Kontoauszug und der Rechnungsabschluss der Bank. Eine Rechnung gibt es nicht. Beide sind Buchungsbelege und acht Jahre aufzubewahren.

Darf ich auf PayPal-Gebühren Vorsteuer ziehen? Nein. PayPal weist keine Umsatzsteuer aus, weil die Leistung als Zahlungsdienst steuerfrei ist. Auch ein Reverse-Charge-Fall entsteht nicht, weil § 13b UStG nur steuerpflichtige Leistungen erfasst.

Gehören Dispozinsen auch auf 4970? Nein. Sollzinsen gehören auf 2110 im SKR03 und 7310 im SKR04. Sie stehen in der Anlage EÜR in einer eigenen Zeile und unterliegen der Abzugsbeschränkung für Schuldzinsen.

Was ist mit der Pauschale von 16 Euro? Sie gilt für Werbungskosten von Arbeitnehmern ohne Nachweis. Im Betrieb buchen Sie die tatsächlichen Gebühren, bei gemischt genutzten Konten den betrieblichen Anteil.

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Steuerberatung.