Nicht jedes Konto ist in DATEV automatisch angebunden. Kommen die Umsätze als Datei, führt der Weg über den MT940-Import in DATEV: Sie ordnen die .sta-Datei einer Bankverbindung zu, DATEV liest sie ein und macht aus jedem Umsatz einen Buchungsvorschlag. Daran hat auch die Abschaltung von MT940 nichts geändert. DATEV bietet den Import von MT940-Dateien in den Rechnungswesen-Programmen über November 2025 hinaus an. Hier finden Sie die Einstellungen in Kanzlei-Rechnungswesen, die Fehler, an denen der Import am häufigsten scheitert, und was für camt.053-Dateien gilt.
Wann Sie den Dateiimport brauchen
DATEV kennt vier Wege, auf denen Kontoumsätze ins Rechnungswesen kommen: das Service-Rechenzentrumsverfahren, bei dem DATEV die Umsätze jeden Morgen bei der Bank abruft, EBICS, das PIN/TAN-Verfahren über die Schnittstelle von finAPI und den Dateiimport. Die ersten drei laufen automatisch. Der Dateiimport ist für alles, was auf diesen Wegen nicht ankommt:
- Konten ohne eingerichtete Bankanbindung
- Umsätze, die der Mandant aus einem Bankprogramm wie StarMoney oder SFirm exportiert
- Zeiträume, die nachträglich erfasst werden müssen
- Konten, für die es nur PDF-Auszüge gibt und die vorher umgewandelt werden
Was die Datei mitbringen muss
Bevor Sie etwas einstellen, lohnt ein Blick in die Datei. Eine MT940-Datei ist reiner Text und lässt sich mit jedem Editor öffnen. Drei Felder entscheiden, ob DATEV sie annimmt:
| Feld | Inhalt | Worauf DATEV achtet |
|---|---|---|
:25: | Kontoidentifikation | Bankleitzahl/Kontonummer, z. B. 37040044/0532013000, ohne Leerzeichen |
:60F: | Anfangssaldo | muss zum Endsaldo des zuletzt eingelesenen Auszugs passen |
:62F: | Endsaldo | wird zum Maßstab für den nächsten Import |
Das Feld :25: ist die häufigste Fehlerquelle. Das DFÜ-Abkommen der Deutschen Kreditwirtschaft sieht dort Bankleitzahl und Kontonummer vor. Eine IBAN ist nur nach besonderer Abstimmung zwischen Bank und Kunde vorgesehen. DATEV ordnet die Datei über Bankleitzahl und Kontonummer der Bankverbindung zu. Mit einer IBAN in :25: findet das Programm die Bankverbindung deshalb nicht. Wie die übrigen Felder aufgebaut sind, erklärt der Beitrag MT940-Format erklärt.
Schritt für Schritt: MT940 in Kanzlei-Rechnungswesen einlesen
Voraussetzung ist eine Bankverbindung unter Stammdaten | Banken mit derselben Bankleitzahl und Kontonummer wie in der Datei und dem zugehörigen Bank-Sachkonto, im SKR03 meist 1200, im SKR04 1800.
- Datei ablegen. Speichern Sie die .sta-Datei in einem festen Ordner, etwa
C:\Bankdaten\Mustermann. - Bankverbindung öffnen. Wählen Sie Stammdaten | Banken und doppelklicken Sie auf die Bank, deren Umsätze Sie einlesen wollen.
- Quelle festlegen. Klicken Sie auf Einstellungen Bankkontoumsätze. Wählen Sie in der Gruppe Quelle Kontoumsätze bei Einstellungen für den Eintrag nicht aufgeführtes Programm. Steht das Bankprogramm des Mandanten in der Liste, wählen Sie stattdessen dieses.
- Pfad angeben. Tragen Sie unter Pfad und Dateiname Ordner und Datei ein. Bankprogramme vergeben meist wechselnde Dateinamen, ersetzen Sie den Namen deshalb durch einen Platzhalter: Aus
C:\Bankdaten\Mustermann\22012026.stawirdC:\Bankdaten\Mustermann\*.sta. - Format wählen. Stellen Sie das Dateiformat auf MT940-SWIFT. Die zweite Option, die ASCII-Weiterverarbeitungsdatei, brauchen Sie nur, wenn ein Bankprogramm ausdrücklich dieses Format für DATEV erzeugt.
- Prüfen. Klicken Sie auf Auf Eingaben prüfen und bestätigen Sie mit OK.
- Umsätze einlesen. Öffnen Sie Belege buchen | Buchungsvorschläge bearbeiten und wählen Sie die Bank. DATEV liest die Datei ein und erzeugt aus jedem Umsatz einen Buchungsvorschlag, den Sie prüfen, ergänzen und übernehmen.
Die Schritte 2 bis 6 erledigen Sie einmal pro Bankverbindung. Im nächsten Monat legen Sie nur die neue Datei in den Ordner und starten mit Schritt 7.
Wenn DATEV die Datei ablehnt
Fehler REW20076
Diese Meldung erscheint, wenn DATEV beim Import ein Problem in der Kontoumsatzdatei findet. DATEV nennt drei Ursachen:
- In Kontonummer oder IBAN, Bankleitzahl oder BIC stehen Leerzeichen.
- Die Datei enthält eine andere Bankverbindung als unter Stammdaten | Banken hinterlegt.
- Die Datei enthält keine Auszüge, die neuer sind als die bereits eingelesenen.
Am häufigsten ist der zweite Fall. Vergleichen Sie :25: Zeichen für Zeichen mit den Stammdaten. Steht in der Datei eine IBAN, muss sie durch Bankleitzahl/Kontonummer ersetzt werden. Der dritte Fall tritt typischerweise auf, wenn derselbe Zeitraum versehentlich ein zweites Mal eingelesen wird.
Lückenposition „Sammler fehlende Umsätze"
Passt der Anfangssaldo :60F: nicht zum Endsaldo des letzten Imports, legt DATEV eine Lückenauszugsposition an. Im Verwendungszweck steht dann „Im Zeitraum TT.MM.JJJJ – TT.MM.JJJJ fehlen Umsätze". Die Position gleicht die Saldendifferenz aus, bis Sie die fehlenden Umsätze nachliefern. Beim Dateiimport steckt meist ein übersprungener Monat dahinter oder eine Datei, die mitten im Auszugszeitraum beginnt.
Konto bei einer ausländischen Bank
Umsätze ausländischer Bankverbindungen lassen sich laut DATEV nicht direkt elektronisch übernehmen. Eine Ausnahme sind österreichische IBANs, für die der Import als MT940-SWIFT-Datei funktioniert. Betroffen sind zum Beispiel Geschäftskonten mit litauischer IBAN, wie sie Revolut Business vergibt.
DATEV verweist für solche Konten auf den ISWL Bankkonverter aus dem DATEV-Shop. Er versieht die Umsätze mit einer deutschen Hilfs-Kontonummer. Manche Kanzleien gehen denselben Weg ohne Zusatzprogramm: Sie legen eine inländische Hilfs-Bankverbindung an, und die Datei trägt in :25: deren Bankleitzahl und Kontonummer.
Lehnt DATEV dagegen einen Buchungsstapel ab und keine Kontoumsatzdatei, liegt das Problem woanders. Die typischen Ursachen dafür sammelt der Beitrag DATEV-Import schlägt fehl.
Und was ist mit camt.053?
Seit der MT940-Abschaltung liefern viele Banken nur noch camt.053. Diese XML-Dateien kann Kanzlei-Rechnungswesen über den Dateiimport nicht einlesen, und eine Erweiterung des manuellen Imports in den Rechnungswesen-Programmen auf camt ist laut DATEV nicht vorgesehen.
Stattdessen gibt es seit dem 28.11.2025 einen eigenen Weg: Sie laden die camt-Datei im DATEV-Rechenzentrum hoch, als Teil des kostenpflichtigen DATEV Bankdatenservice. Pro Datei sind höchstens 10 MB erlaubt.
Wer den gewohnten Weg über Stammdaten | Banken behalten will, wandelt die camt.053-Datei vorher in MT940 um. Mit dem kostenlosen CAMT-zu-MT940-Konverter geht das direkt im Browser. Bei deutschen Konten steht in :25: dann automatisch Bankleitzahl/Kontonummer.
Wenn nur das PDF da ist
Für viele Konten gibt es weder MT940 noch camt, sondern nur den PDF-Auszug aus dem Online-Banking. Mit SmartKontoauszug wandeln Sie ihn in eine MT940-Datei um, die Sie wie oben beschrieben einlesen. Bei deutschen Konten steht in :25: automatisch Bankleitzahl/Kontonummer. Bei ausländischen Konten tragen Sie beim Export Bankleitzahl und Kontonummer Ihrer Hilfs-Bankverbindung ein.
Alternativ importieren Sie die Umsätze als DATEV-Buchungsstapel. Sie landen dann direkt als Buchungen im Stapel, ohne den Umweg über die Bankkontoumsätze, allerdings auch ohne Saldenkontrolle und Lückenprüfung. Was eine Seite kostet, steht unter Preise.
Häufige Fragen
Kann DATEV MT940 nach der Abschaltung noch einlesen? Ja. Die Deutsche Kreditwirtschaft hat MT940 im November 2025 aus ihrem Regelwerk gestrichen, DATEV bietet den Import von MT940-Dateien in den Rechnungswesen-Programmen aber weiter an.
Liest DATEV camt.053 direkt ein? Über die automatischen Abrufwege und den Upload im DATEV Bankdatenservice ja. Im Dateiimport von Kanzlei-Rechnungswesen nicht, dort erwartet DATEV MT940 oder eine ASCII-Weiterverarbeitungsdatei.
Kann ich MT940-Dateien in DATEV Unternehmen online importieren? Nicht auf dem hier beschriebenen Weg. Der Dateiimport ist eine Funktion der Rechnungswesen-Programme wie Kanzlei-Rechnungswesen.
Warum findet DATEV meine Bankverbindung nicht?
Meist passt :25: nicht genau zu den Stammdaten: Leerzeichen, eine IBAN statt Bankleitzahl/Kontonummer oder eine abweichende Kontonummer. DATEV meldet das als REW20076.
Welche Dateiendung braucht DATEV?
MT940-Dateien enden meist auf .sta, manche Bankprogramme verwenden .mta oder .txt. Entscheidend sind der Inhalt und ein passender Eintrag unter Pfad und Dateiname, etwa *.sta.
Ersetzt die importierte Datei den Kontoauszug? Nein. DATEV weist selbst darauf hin, dass Sie für die GoBD die Original-Kontoauszüge aufbewahren müssen. Wie lange, klärt der Beitrag Kontoauszüge aufbewahren.