← Blog

MT940-Format erklärt - Aufbau und Bedeutung der Felder

Wie eine MT940-Datei aufgebaut ist, was die Felder :20:, :61: und :86: bedeuten und wie der Geschäftsvorfallcode im Verwendungszweck funktioniert.

Wer Kontoumsätze in eine Buchhaltungs- oder Banking-Software einliest, stößt früher oder später auf eine Datei mit der Endung .sta und Zeilen, die mit :20: oder :61: beginnen. Das ist eine MT940-Datei, jahrzehntelang das Standardformat für den elektronischen Kontoauszug. Auf den ersten Blick wirkt sie kryptisch, dahinter steckt aber eine feste, gut nachvollziehbare Struktur. Wir gehen sie Feld für Feld durch.

Woher der Name kommt

MT940 stammt aus der SWIFT-Welt des Zahlungsverkehrs. MT steht für „Message Type", und 940 ist der Nachrichtentyp für den gebuchten Tagesauszug. Daneben gibt es MT942 für untertägige, noch nicht endgültig gebuchte Umsätze. In Deutschland ist der genaue Aufbau im DFÜ-Abkommen der Deutschen Kreditwirtschaft festgelegt, weshalb deutsche MT940-Dateien einem einheitlichen Schema folgen.

Wichtig zur Einordnung: Von der Bank bekommen Sie MT940 heute meist nicht mehr. Das Format wurde im November 2025 aus dem Regelwerk gestrichen, viele Buchhaltungsprogramme lesen es aber weiter ein. Was das praktisch bedeutet, steht im Beitrag MT940 wurde abgeschaltet.

Wie eine MT940-Datei aufgebaut ist

Eine MT940-Datei ist eine reine Textdatei. Jede Information steht in einem Feld, das mit einem Doppelpunkt, einer Nummer und wieder einem Doppelpunkt beginnt, zum Beispiel :20:. Ein Kontoauszug ist immer gleich aufgebaut:

  1. Ein Kopf mit Angaben zum Auszug selbst: Referenz, Konto, Auszugsnummer, Anfangssaldo.
  2. Die Umsätze, jeweils als Paar aus zwei Feldern: :61: mit den Eckdaten der Buchung und darunter :86: mit den Details.
  3. Ein Abschluss mit dem Endsaldo.

Enthält der Auszug zehn Buchungen, wiederholt sich der Block aus :61: und :86: also zehnmal, eingerahmt von Anfangs- und Endsaldo.

Die wichtigsten Felder

FeldBedeutung
:20:Referenz des Auszugs
:25:Kontoidentifikation (Bankleitzahl und Konto oder IBAN)
:28C:Auszugsnummer, oft mit Blattnummer
:60F:Anfangssaldo
:61:Umsatzzeile: Wertstellung, Buchungsdatum, Soll/Haben, Betrag
:86:Mehrzweckfeld: Buchungstext, Verwendungszweck, Gegenseite
:62F:Endsaldo
:64:valutarischer Saldo (verfügbarer Betrag)

Ein Detail zu den Salden: Das F in :60F: und :62F: steht für „Final", also den endgültigen Saldo. Erstreckt sich ein Auszug über mehrere Blätter, tauchen stattdessen :60M: und :62M: auf (M für einen Zwischensaldo). Wenn eine Software über den Saldo stolpert, lohnt hier der Blick.

Das Feld :61: im Detail

In :61: steckt die eigentliche Buchung, sehr kompakt aneinandergereiht. Der Reihe nach stehen dort das Wertstellungsdatum, das Buchungsdatum, ein Kennzeichen für die Richtung (C für Haben, also eine Gutschrift, D für Soll, also eine Belastung) und dann der Betrag. Ein Beispiel:

:61:2606020602D89,90NDDTNONREF

Gelesen wird das so: Wertstellung 260602 (2. Juni 2026), Buchungsdatum 0602, D für eine Belastung, Betrag 89,90. Das Kürzel dahinter beschreibt die Art der Buchung. Der Betrag steht immer positiv; ob er das Konto belastet oder ihm gutschreibt, entscheidet allein das C oder D.

Das Feld :86: und der Geschäftsvorfallcode

Das interessanteste und für die Buchhaltung wichtigste Feld ist :86:. Hier stehen alle weiteren Angaben zur Buchung, zusammengepackt in einen einzigen Textblock.

Es beginnt mit einem dreistelligen Geschäftsvorfallcode (GVC), der die Art des Umsatzes verschlüsselt. 051 steht zum Beispiel für eine Überweisungsgutschrift, 105 für eine Lastschrift. Danach folgen einzelne Unterfelder, jeweils mit einem ? und einer zweistelligen Nummer eingeleitet:

  • ?00 Buchungstext (zum Beispiel „LASTSCHRIFT")
  • ?20 bis ?29 Verwendungszweck
  • ?32 und ?33 Name der Gegenseite
  • ?30 Bankleitzahl, ?31 Konto oder IBAN der Gegenseite

Ein vollständiges Feld sieht damit so aus:

:86:105?00LASTSCHRIFT?20Stromabschlag Juni?32STADTWERKE MUSTER

Das bedeutet: eine Lastschrift (105), Buchungstext „LASTSCHRIFT", Verwendungszweck „Stromabschlag Juni", Auftraggeber „Stadtwerke Muster". Eine Software zerlegt diesen Block anhand der ?-Kürzel wieder in einzelne Werte.

Genau hier liegt die bekannteste Schwäche des Formats: Der Platz im Verwendungszweck ist begrenzt. Lange Texte werden abgeschnitten, und alles steht als ein Block zusammen, nicht sauber getrennt wie im moderneren Nachfolgeformat. Den ausführlichen Vergleich liefert der Beitrag CAMT.053 oder MT940. Was die einzelnen Angaben inhaltlich bedeuten, erklärt die Felder im Kontoauszug erklärt.

Häufige Stolpersteine

Wenn ein MT940-Import hakt, liegt es meist an einem dieser Punkte:

  • Falsche Saldo-Kennung: Ein Programm erwartet :62F:, die Datei enthält aber :62M: (oder umgekehrt), weil der Auszug über mehrere Blätter geht.
  • Abgeschnittener Verwendungszweck: Der Text war länger, als das Feld zulässt. Das ist kein Fehler der Datei, sondern eine Grenze des Formats.
  • Unbekannter GVC: Nutzt die Bank einen Geschäftsvorfallcode, den die Software nicht kennt, ordnet diese die Buchung unter Umständen falsch zu.
  • Zeichensatz: Stimmt die Kodierung nicht, werden Umlaute in Namen und Verwendungszweck unleserlich.

Aus dem PDF in eine MT940-Datei

Viele Banken stellen MT940 nur noch für bestimmte Konten oder gar nicht mehr bereit. Wenn Ihre Software das Format aber weiterhin erwartet, bleibt oft nur das PDF des Auszugs als Ausgangspunkt.

Mit SmartKontoauszug wandeln Sie ein PDF direkt in eine MT940-Datei um, mit korrekt gesetzten Feldern und Salden. Details zum Format und den Beispielausgaben finden Sie auf der Seite Kontoauszug in MT940 umwandeln. Welche Banken erkannt werden, zeigt die Übersicht der Banken; die Kosten pro Seite stehen unter Preise.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Dateiendung .sta?.sta (von „statement") ist die übliche Endung für MT940-Dateien. Je nach Bank oder Programm kommen auch .mt940 oder .txt vor. Der Inhalt ist in allen Fällen reiner Text.

Wofür steht der Code am Anfang von :86:? Für den Geschäftsvorfallcode (GVC), eine dreistellige Kennung der Umsatzart. 051 ist zum Beispiel eine Überweisungsgutschrift, 105 eine Lastschrift.

Warum ist mein Verwendungszweck unvollständig? MT940 begrenzt die Länge des Verwendungszwecks. Lange Texte werden gekürzt. Der vollständige Text steht meist nur im moderneren Format CAMT.053.

Was ist der Unterschied zwischen :60F: und :60M:?:60F: ist der endgültige Anfangssaldo. :60M: ist ein Zwischensaldo, der auftaucht, wenn sich ein Auszug über mehrere Blätter erstreckt. Dasselbe gilt für :62F: und :62M: beim Endsaldo.

Bekomme ich MT940 noch von meiner Bank? Oft nicht mehr. Das Format wurde im November 2025 aus dem Regelwerk der Deutschen Kreditwirtschaft gestrichen. Mehr dazu im Beitrag MT940 wurde abgeschaltet.