FinTS ist der von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) gepflegte Standard für die Kommunikation zwischen Banking-Software und Bank. Er erlaubt Kontostandsabfragen, Umsatzabrufe und Zahlungsaufträge mit standardisierten Nachrichten und starker Authentifizierung. FinTS ist die Weiterentwicklung des 1995 eingeführten HBCI (Homebanking Computer Interface) und unterstützt seit Version 4 XML-basierte Nachrichten.
Aktuelle Versionen
| Version | Eigenschaft |
|---|---|
| HBCI 2.x / 3.0 | Reines Textprotokoll, in Bestandsinstallationen noch verbreitet |
| FinTS 4.x | XML-Container, voll PSD2-konform |
| FinTS 4.1 / 5.0 | Aktuelle Pflegeversion mit ISO-20022-Nachrichten |
Sicherheit: PIN/TAN ersetzt fast alle anderen Verfahren
Seit der vollständigen Umsetzung von PSD2 im September 2019 gilt die starke Kundenauthentifizierung (SCA) auch für FinTS. Erlaubt sind heute praktisch nur noch:
- PIN + Zwei-Faktor-Verfahren (chipTAN, photoTAN, pushTAN, appTAN)
- EBICS für Geschäftskunden mit Signaturkarte (separater Standard)
Klassische iTAN- oder mTAN-Verfahren wurden in den vergangenen Jahren abgeschaltet. Software muss deshalb mit Zwei-Schritt-Freigaben über die App der jeweiligen Bank umgehen können.
Was wird über FinTS abgerufen?
- Kontostände (
HKSAL) - Umsatzabruf in MT940 oder CAMT.053
- SEPA-Überweisungen und Sammelüberweisungen
- SEPA-Lastschriften (CORE und B2B)
- Daueraufträge anlegen, ändern, löschen
- Wertpapierumsätze (bei Brokerage-Banken)
Wer nutzt FinTS?
- Multibanking-Apps wie StarMoney, Banking4, MoneyMoney, Subsembly
- Buchhaltungssoftware: lexoffice, sevDesk, BuchhaltungsButler, Candis, MeinBüro
- ERP-Systeme: DATEV Unternehmen online, sage, JTL-Wawi
- Eigenentwicklungen über die offene FinTS-Spezifikation
Grenzen
- Nicht alle Banken erlauben den FinTS-Zugang, vor allem Smartphone-Banken setzen auf eigene PSD2-Schnittstellen (XS2A).
- Sammelüberweisungen sind je Bank unterschiedlich begrenzt.
- Die Spezifikation ist umfangreich; viele kleinere Tools nutzen nur einen Teilumfang.
Wer Kontoauszüge für die Buchhaltung möglichst nahtlos einliest, hat mit FinTS in Deutschland nach wie vor den unkompliziertesten Weg.
