Der SKR04 wurde 1986 als modernerer Gegenentwurf zum SKR03 eingeführt. Er ordnet die Konten nicht nach Prozessen, sondern nach dem Aufbau einer HGB-Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Damit lässt sich aus den Konten direkt der Jahresabschluss ableiten.
Aufbau in zehn Kontenklassen
| Klasse | Inhalt |
|---|---|
| 0 | Anlagevermögen |
| 1 | Umlaufvermögen (Bank, Kasse, Forderungen) |
| 2 | Eigenkapital |
| 3 | Fremdkapital, Verbindlichkeiten |
| 4 | Erträge (Erlöse, sonstige Erträge) |
| 5 | Materialaufwand |
| 6 | Personalaufwand, Abschreibungen |
| 7 | Sonstige betriebliche Aufwendungen |
| 8 | Frei (Ergebnisrechnung) |
| 9 | Vortrags-, Statistik- und Eröffnungskonten |
Die Klassen folgen also unmittelbar der Bilanzgliederung nach §266 HGB und dem GuV-Gliederungsschema nach §275 HGB.
Typische Konten im Alltag
- 1800 Bank
- 1600 Kasse
- 1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- 1401 / 1406 Vorsteuer 7 % / 19 %
- 3801 / 3806 Umsatzsteuer 7 % / 19 %
- 5400 Wareneingang 19 %
- 4400 Erlöse 19 %
Vorteile gegenüber SKR03
- Direkter Bezug zur HGB-Bilanz
- Bessere Vergleichbarkeit mit internationalen Abschlüssen
- E-Bilanz nach §5b EStG ist im SKR04 unmittelbar abbildbar
- DATEV empfiehlt SKR04 für neue Mandanten standardmässig
Wann passt welcher SKR?
| Kriterium | Empfehlung |
|---|---|
| Einzelunternehmen, Handwerk | SKR03 (häufig vom Steuerberater so gewählt) |
| GmbH, AG, UG | SKR04 |
| Internationaler Konzernanschluss | SKR04 |
| Vereine, Stiftungen | SKR49 oder SKR45 |
Wer Kontoauszüge exportiert und in eine bestehende Buchhaltung importiert, sollte den SKR vom Steuerberater bestätigen lassen, bevor automatische Buchungsregeln gepflegt werden. Eine spätere Umstellung ist immer möglich, aber selten ohne Aufwand.
